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“Den Dialog zum Thema Nachhaltigkeit beleben – mit verlässlicher Expertise und innovativen Materiallösungen”

Der Schutz von Umwelt und Gesundheit ist für Kuraray ein zentrales Ziel. Der Spezialchemie-Hersteller unterstützt Anwender mit fundierter Expertise und innovativen Materialien. Dr. Anja Laqua, ESHA & Regulatory Affairs, im Interview.


Expertendialog zur Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit, Produktsicherheit und Umweltschutz sind wichtige Ziele in der Industrie. Zahlreiche Gesetze und Richtlinien sollen Verbraucher, Arbeitnehmer und die Umwelt schützen. Diese Vorgaben können von Land zu Land sehr unterschiedlich sein. Eine Herausforderung für Unternehmen, insbesondere bei der Produktentwicklung, denn um ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, muss dies den lokalen Vorgaben aller Märkte entsprechen, auf denen es vertrieben wird. Kuraray, einer der weltweit führen-den Spezialchemie-Hersteller, unterstützt beispielsweise Anwender der PVB-Materialien seiner Marke Mowital mit fundierten Informationen und Expertise. Dr. Anja Laqua, ESHA & Regulatory Affairs bei Kuraray, berichtet im Interview dazu, welche Schwerpunkte der Spezialchemie-Hersteller im Bereich ESHA (Environment, Safety, & Health Affairs) setzt, warum es ein Umdenken beim Thema Nachhaltigkeit geben muss und wie Kunden von der Zusammenarbeit mit Kuraray profitieren, wenn es um Umwelt und Produktsicherheit geht. Ein Expertendialog zur Nachhaltigkeit.

Frau Dr. Laqua, Nachhaltigkeit wird immer mehr zu einem Kernthema für die Industrie. Welche Herausforderungen sehen Sie dabei?

Dr. Anja Laqua: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Gesundheit hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Verbraucher fordern zu Recht, dass die Produkte, die sie kaufen, gut verträglich sind und die Umwelt schonen. Viele Industrieunternehmen arbeiten daran, Produkte zu entwickeln, die diese Anforderungen erfüllen. Ein ganzheitlicher, nachhaltiger Ansatz erfordert aber noch einen weiteren wichtigen Punkt.

Welcher ist das?

Dr. Anja Laqua: Dialog! Themen im Bereich Umwelt und Arbeitsschutz lassen sich oft nicht innerhalb eines einzelnen Unternehmens lösen. Es ist ein Austausch notwendig zwischen Lieferanten, Kunden und Politik – etwa zum Einsatz verschiedener Kunststoffe für bestimmte Anwendungen oder zu Abfall und Entsorgung und natürlich zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Bei Kuraray arbeiten wir stetig daran, diesen Dialog zu fördern und zu beleben.

Wie gelingt das?

Dr. Anja Laqua: Wir bieten Anwendern unserer Kunststoffmaterialien vor allem fachliches Know-how zu Compliance-Fragen, von Basics wie den Regularien zur Good Manufacturing Practice (GMP) bis hin zur EU-Chemikalienverordnung REACH. Viele unserer Kunden haben darüber hinaus sehr spezifische Fragen zu ihren Anwendungen. Die PVB-Materialien unserer Marke Mowital werden beispielsweise in Druckfarben für Lebensmittelverpackungen eingesetzt. Je nach Markt, auf dem die verpackten Produkte vertrieben werden, gibt es sehr unterschiedliche Vorschriften und Anforderungen – etwa die Schweizer Druckfarbenverordnung oder entsprechende Vorgaben in der EU und den USA. Wichtig dabei ist natürlich auch immer die Aktualität, denn die Gesetzeslage ändert sich regelmäßig.

Das klingt sehr komplex. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei, diese Anforderungen zu erfüllen?

Dr. Anja Laqua: Im Team ESHA & Regulatory Affairs bei Kuraray arbeiten Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, etwa aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Produktsicherheit. Unsere Spezialisten stellen für Anwender von Mowital Informationen in Form von Stellungnahmen, Zertifikaten und regulatorischen Broschüren zusammen. Damit erhalten Kunden Antworten auf nahezu alle Compliance-relevanten Fragen. Das ist einzigartig auf dem Markt.

Inwiefern ist dieser Service eine Besonderheit?

Dr. Anja Laqua: Das muss ich kurz erklären. Für Kuraray, als einer der weltweit führenden Spezialchemie-Hersteller, ist besonders wichtig, dass sich unsere Kunden auf unsere Aussagen verlassen können. Die Antworten zu Compliance-relevanten Fragen, die Anwender erhalten, sind daher gut durchdacht und fachlich ebenso wie inhaltlich sehr genau geprüft und abgewogen. Dahinter stecken aufwendige Recherchen, die natürlich viel Arbeit und Zeit in Anspruch nehmen. Das bieten in der Form nur wenige Hersteller, aber nur so können wir unseren Kunden seriöse Informationen geben.

Mit den Informationen liefern Sie unter anderem die Basis, damit Kunden neue Produkte entwickeln können.

Dr. Anja Laqua: Ganz genau! Im Bereich Mowital ist der 3D-Druck aktuell beispielsweise ein Trendthema, zu dem wir für Interessenten, die 3D-Druckfilamente herstellen, entsprechende Anwendungsmöglichkeiten prüfen. Dabei kann es auch vorkommen, dass wir einem Kunden vom Einsatz unseres Materials für eine Anwendung abraten, weil wir zu dem Ergebnis kommen, dass unser Werkstoff nicht alle rechtlichen Anforderungen für die Anwendung abdeckt.

Was wäre ein Beispiel dafür?

Dr. Anja Laqua: Unsere PVB-Materialien haben spezifische Eigenschaften, mit denen sie für bestimmte Anwendungen in der Pharmaindustrie Vorteile bringen könnten. Allerdings ist der Kunststoff in diesem Bereich nicht positiv gelistet. In solchen Fällen müssen wir dann leider sagen: Gute Idee, aber rechtlich ist das mit unserm Werkstoff nicht umsetzbar. Auf dem Markt wird das nicht immer so deutlich formuliert wie bei Kuraray. Für uns geht Sicherheit, ob rechtlich oder physisch, immer vor. Darauf können sich unsere Kunden verlassen.

Neben Anwendungen für Kunden arbeitet Kuraray auch selbst an vielen Themen im Bereich ESHA …

Dr. Anja Laqua: Das stimmt! Ein besonderes Anliegen für Kuraray ist die Sicherheit der eigenen Mitarbeiter. Das Thema ist fest in unserer Unternehmenskultur verankert und wird unter anderem im Sicherheitsprogramm KURASAFE der Kuraray Europe GmbH gelebt und gefördert. Zudem arbeiten wir stetig daran, unsere Prozesse zu optimieren und beispielsweise unsere CO2-Emissionen zu reduzieren und Abfall zu vermeiden. Weltweit kümmern sich bei Kuraray drei Teams um ganz unterschiedliche Nachhaltigkeitsthemen. Beispielsweise geht es darum, die Entwicklung neuer umweltschonender Produkte voranzutreiben.

Wie etwa das Bio-Polymer Plantic, das hauptsächlich aus Maisstärke hergestellt wird?

Dr. Anja Laqua: Genau. Ein weiteres Beispiel ist das Bio-Elastomer Septon Bio, ein TPE-Rohstoff aus Bio-Farnesen auf Zuckerrohrbasis. Unsere Kollegen im Bereich Forschung und Entwicklung arbeiten kontinuierlich an neuen Produktlösungen. Nachhaltige Materialien, die sich biologisch abbauen lassen sowie kompostierbar oder recycelbar sind, werden dabei immer wichtiger. Im Bereich ESHA & Regulatory Affairs liefern wir die rechtlichen Informationen, mit denen unsere Kunden die innovativen Werkstoffe in ihren Anwendungen nutzen können.

Wie wird sich das Thema ESHA in den kommenden Jahren verändern?

Dr. Anja Laqua: Es zeichnet sich ab, dass die Anforderungen, die die Gesetzgeber an chemische Stoffe und Materialien stellen, in Zukunft weiter zunehmen. Das ist eine wichtige Reaktion auf Themen, die in der Gesellschaft aktuell ausgiebig diskutiert werden.

Beispielsweise zur Vermeidung von Plastikverpackungen?

Dr. Anja Laqua: Richtig. Oder zum CO2-Fußabdruck von Produkten sowie zur Reduzierung von Mikroplastik in der Umwelt. Bei Kuraray sind wir darauf gut vorbereitet, weil wir mit unserer hohen Expertise bei der Entwicklung entsprechende Materialien bieten und Anwender aktiv bei der Entwicklung von Produkten unterstützen, die die höheren Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig wird es in Zukunft noch stärker darum gehen, wie wir unsere Kunden verständlich aufklären und beispielsweise dabei helfen können, steigende Anforderungen an den Emissions-Ausstoß zu erfüllen. Auf unser Know-how können sich unsere Kunden auch in Zukunft verlassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Dr. Anja Laqua
ist seit 2016 im Bereich ESHA & Regulatory Affairs bei der Kuraray Europe GmbH tätig. Kuraray ist einer der weltweit führenden Spezialchemie-Hersteller mit Sitz in Tokio und Europasitz in Hattersheim bei Frankfurt am Main. Im Team Produktsicherheit liefert Dr. Anja Laqua Anwendern gemeinsam mit ihren Kollegen akribisch recherchierte Informationen zu Compliance-relevanten Fragen. Ihre Promotion legte Dr. Anja Laqua im Jahr 2012 zum Thema „Toxizität redoxaktiver und elektrophiler Substanzen in aquatischen Bioassays“ am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung ab. Ihre Expertise zum Thema Nachhaltigkeit erwarb sie sich unter anderem im Aufbaustudiengang „Toxikologie und Umweltschutz“ an der Universität Leipzig.

 

„Bei Kuraray unterstützen wir unsere Kunden mit gut recherchierten Informationen zu Compliance-relevanten Fragen“, sagt Dr. Anja Laqua, ESHA & Regulatory Affairs bei Kuraray. „Damit bieten wir Anwendern unserer Materialien eine verlässliche Grundlage für die Entwicklung neuer Produkte. Gleichzeitig ist es uns wichtig, Impulse zu schaffen, um den Dialog zum Thema Nachhaltigkeit zu beleben.“

Das Team ESHA & Regulatory Affairs bei Kuraray unter der Leitung von Dr. Martin Baumgartner (Dritter von links)

Verlässliche Informationen für mehr Nachhaltigkeit und Produktsicherheit: Im Team ESHA & Regulatory Affairs bei Kuraray unter der Leitung von Dr. Martin Baumgartner (Dritter von links) arbeiten Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, etwa aus den Bereichen Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Produktsicherheit. Das Team unterstützt Kunden bei Compliance-Themen wie etwa den Regularien der Good Manufacturing Practice (GMP) sowie der EU-Chemikalienverordnung REACH.